1. Rasen-Bewässerung
Günstige Bodenbedingungen, ein sonniger Standort und genügend Wasser sind die wichtigsten Faktoren für einen guten Rasen.
- a. Zu Beginn ist eine höhere Wassermenge nötig! Bei Ansaat bitte in den ersten 8 Tagen täglich oder im 2-Tages-Rhythmus ca. 10-12 l/m² (= 10-12 mm/m²), damit der Samen feucht bleibt und keimen kann (Bei Fertigrasen bitte sofort 25-30 l/m²!). Dann auf ca. 25-30 l/m² steigern, aber Rhythmus auf 2x wöchentlich senken, um die Gräserwurzel zu tiefem Wachstum anzuregen. Dies ist sehr wichtig für die Robustheit der Rasenfläche, da zu flache Wurzeln schwächere Pflanzen hervorbringen! Nach ca. 3 Monaten kann die Wassermenge wie in Punkt b. erläutert geändert werden.
- b. Während der trockeneren Jahreszeit April Ende September je nach Niederschlag ca. 2x wöchentlich intensiv wässern. Um ein Gefühl für die richtige Menge (ca. 10-12 l/m²) zu bekommen überprüfen Sie anhand von Stichproben mit dem Spaten, ob der Boden 15-20 cm durchfeuchtet ist. Rasensprenger und Beregnungsanlagen sind hier wesentlich zeitsparender und effizienter als das Wässern von Hand, welches ohnehin nur "nach Gefühl" und daher sehr ungenau erfolgt.
- c. Überschätzen Sie kurze Regengüsse nicht! Auch heftige Schauer durchfeuchten einen trockenen Boden unter Umständen nur 1-2 cm. Ein Regenmesser verschafft Ihnen sichere Beurteilungsmöglichkeiten, auch bei der exakten Mengenbemessung während der künstlichen Wässerung.
- d. An heißen Sommertagen nur nachts bzw. abends wässern, sonst ist die Verdunstung und die Oberflächenverkrustung zu groß und Tropfen könnten wie Lupengläser zu Verbrennungsflecken führen.
- e. In sehr trockenen Sommern (wie das Jahr 2003) kann der Wasserverbrauch sehr hoch werden. Ein brauner Rasen erholt sich ab dem zweiten Jahr mit regelmäßigen Niederschlägen wieder. Sie sollten also abwägen zwischen Aufwand und Anspruch an eine stets grüne Rasenfläche.
2. Rasenschnitt
- a. Erstmals, wenn die Halme 7-8 cm (ca. Handbreit) hoch stehen.
- b. Während der Vegetationsperiode ab März/Anfang April mindestens 1x wöchentlich mähen, Schnitthöhe 3-4 cm. Das Schnittgut ist restlos zu entfernen um dem Verfilzen der Fläche entgegenzuwirken! Durch unregelmäßiges Mähen werden die langsamer wachsenden "Untergräser" durch die Beschattung der schnell wachsenden Arten benachteiligt und fallen aus. In den Lücken finden unerwünschte Fremdarten Platz.
- c. Letzter Rasenschnitt im November.
- d. Wichtig sind scharfe Messer Ihres Mähers! Je stumpfer die Messer, desto eher zeigen sich trockene Fransen am Halm. Sogenannte Spindelmäher schneiden "gesünder" als Sichelmäher. Letztere sind jedoch bei guter Geräte-pflege ebenso zu empfehlen.
3. Rasendüngung
- a. Mit Langzeitstickstoffdüngern, z.B. mit "Floranit-Permanent" o.ä. 50 g/m² (Auskunft erteilt der Fachhandel) im März/April Mai/Juni August/September evtl. im Oktober (kalium-betont!)
- b. In keinem Fall nach Oktober/November düngen, da der Dünger dann nicht mehr aufgenommen wird sondern durch Regen auswäscht.
- c. Es empfiehlt sich Düngerkombinationen mit Unkrautverdrängern oder Moosvernichtern zu nutzen. Diese stärken die Gräser und schwächen die meisten Unkräuter. Unbedingt jeweilige Herstelleranweisungen beachten! Relativieren Sie dabei den Hersteller-Begriff "Unkrautvernichter"! Kaum ein Produkt wirkt total bei einmaliger Anwendung. Erst regelmäßige Anwendung verspricht Erfolg.
4. Rasen vertikutieren
- a. Während der Vegetationszeit 2x jährlich, möglichst maschinell vertikutieren. April und September.
- b. Vor dem Vertikutieren mähen (!), danach düngen und gut wässern, evtl. nachsäen.
5. Rasenkrankeiten
- In diesem Fall beraten wir Sie individuell.
6. Allgemein
Rasenflächen sind vielen natürlichen Einflüssen ausgesetzt und reagieren sehr individuell. Daher sind besonderes Verhalten oder auch Krankheiten nie ganz auszuschließen oder zu vermeiden. Alle Maßnahmen sind daher nur vorbeugend und optimierend durchzuführen. Standortbedingungen lassen sich auch nur durch Labor-Analysen exakt bestimmen. Vor allem die Bodenbedingungen sind hier wichtig. Der Aufwand dafür lohnt sich zur genauen Maßnahmenbestimmung aber absolut! Trotzdem sind Problembereiche, vor allem Schattenlagen oft grundstücksbedingt und nicht zu ändern. Auch so genannte "Schattenrasen" bringen unter Bäumen und Hausschatten nur mäßige Erfolge. Dort bleiben schattige Pflanzbeete immer die sinnvollere Lösung! Sollten Sie noch weitere spezifische Fragen zur Rasenpflege haben so stehen wir Ihnen jeder Zeit gern zu Verfügung. Wunschgemäß übernehmen wir natürlich für Sie auch die komplette Jahrespflege oder Teilarbeitsgänge. Wir wünschen Ihnen eine satt-grüne Rasenfläche! Hubertus von der Wense Garten- und Landschaftsbau
